Hyaluron: Was der Anti-Falten-Wirkstoff kann und wie er wirkt

Was du über Hyaluronsäure erfahren wirst...

Mit zunehmendem Alter sinkt der Hyaluronsäure - Gehalt in der Haut.

Die Folge: Die Haut wird trocken, verliert an Elastizität und Spannkraft. Es entstehen die ersten Falten und Fältchen, die sich im Laufe der Zeit tiefer ausprägen.

In diesem Artikel erfährst du, was Hyaluron überhaupt ist, wie der Wirkstoff hergestellt und wo er angewendet wird. Außerdem erklären wir, warum Hyaluronsäure in vielen Anti-Aging-Produkten zu finden ist und welche Nebenwirkungen und Vorteile mit ihrer Anwendung einhergehen.

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Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluron, auch Hyaluronan oder Hyaluronsäure (englisch: Hyaluronic Acid, HA) genannt, ist ein natürlich im Körper vorkommender Stoff. Er findet sich beispielsweise im Bindegewebe, der Gelenkflüssigkeit, dem Glaskörper des Auges und in Knorpel.

Es handelt sich um ein Polysaccharid (Vielfachzucker), das sich aus Teilen von N-Acetylglucosamin und Glucuronsäure zusammensetzt. Der größte Anteil (etwa 50 %) der im Körper vorkommenden Hyaluronsäure befindet sich in der Haut.

50%
Hyaluron in der Haut

Das Besondere an Hyaluronsäure ist seine Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden (ein Gramm bindet bis zu sechs Liter). Eindrucksvoll ist dies am Glaskörper des Auges zu beobachten. Er besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Die übrigen 2 Prozent bestehen aus Hyaluronsäure (und feinen Kollagenfasern), die den Glaskörper durchsichtig macht und ihm - durch die Bindung mit dem Wasser - seine gelartige Konsistenz verleiht.

Die Fähigkeit, Flüssigkeiten zu binden, ist auch für die Beweglichkeit von Gelenken in Armen, Knien und Schultern sowie den Bandscheiben von Bedeutung. Ebenso sind Muskeln und Sehnen auf Hyaluron angewiesen, da dieser Stoff sie mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Auch in der Haut bindet Hyaluron Wasser. Dadurch unterpolstert Hyaluronsäure deine Haut auf natürliche Weise und lässt sie frischer und praller erscheinen. Mit zunehmendem Alter leeren sich jedoch die natürlichen Hyaluronsäure-Speicher im Körper. Um den gleichen Effekt zu erzielen, ist es notwendig, die Hyaluronsäure (industriell) herzustellen und dem Körper sozusagen von außen zusätzlich benötigtes Hyaluron zuzuführen.

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Vorteile von Hyaluronäure in Kosmetika auf einen Blick

Im Vergleich zu anderen Inhaltsstoffen in Anti-Aging-Produkten ist Hyaluronsäure ein Wirkstoff, der gleich mehrere Anzeichen der Hautalterung abmildern kann. Die Wirkung der Hyaluronsäurezeigt sich in:

Glatte Haut

Verringerung bestehender und Vorbeugung neuer Fältchen durch Hyaluronsäure

Frisches und junges Hautbild

frisches und damit jünger wirkenden Hautbild

Spannkraft

mehr Spannkraft, das heißt fester und praller Haut mithilfe Hyaluronsäure

Hautvolumen

einem größeren Hautvolumen, vor allem an den Wangen

​​​​Festigkeit der Haut

definierten Konturen durch höhere Festigkeit der Haut

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Seit wann und wie wird Hyaluronsäure hergestellt?

Im Jahr 1934 veröffentlichten die Biochemiker Karl Meyer und John Palmer einen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Biological Chemistry". Darin berichteten sie über ein ungewöhnliches Polysaccharid mit extrem hohem Molekulargewicht, das sie aus dem Glaskörper von Rinderaugen isoliert haben. Sie nannten diesen Stoff "hyaluronic acid" (Hyaluronsäure), der daraufhin von verschiedenen Forschergruppen intensiv untersucht wurde. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckten Wissenschaftler das Hyaluron in Gewebe und Körperflüssigkeiten verschiedener Wirbeltiere und des Menschen. Sie begannen die Substanz aus den Kämmen von Hähnen zu isolieren, weshalb sie auch als Hahnenkamm-Extrakt bezeichnet wurde.

1981 kamen die ersten Präparate mit dem Wirkstoff Hyaluronsäure auf den Markt. Einige Menschen reagieren allerdings überempfindlich bzw. allergisch auf tierisches Eiweiß, das ebenfalls in den Extrakten enthalten war. In den folgenden Jahren wurde eine Methode entwickelt, den Wirkstoff mit Hilfe von Bakterien zu fermentieren. Das verringerte das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere den allergischen Reaktionen gegen tierisches Eiweiß. Präparate mit fermentierter Hyaluronsäure sind seit 1997 erhältlich und nicht nur eine gute Alternative für Vegetarier und Veganer. Produkte mit dieser Art Hyaluronsäure werden in verschiedenen medizinischen und kosmetischen Bereichen angewendet.

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Hyaluronsäure - Wie wird sie angewendet?

Augen, Gelenke, Haut - Hyaluron übernimmt in vielen Bereichen des Körpers wichtige Aufgaben. Genauso vielfältig sind die Anwendungsgebiete entsprechender Hyaluronsäure-Präparate. Sie kommen in der Allgemeinmedizin zur Linderung verschiedener Beschwerden zum Einsatz und haben sich in der ästhetischen Medizin als verjüngendes Mittel gegen Falten bewährt. Im Nachfolgenden geben wir dir einen kurzen Überblick darüber, in welchen Bereichen sich die Eigenschaften von Hyaluron zunutze machen lassen.

Hyaluron in der Allgemeinmedizin

In der Allgemeinmedizin kommt Hyaluronsäure in verschiedenen Darreichungsformen zur Anwendung. Das Angebot reicht von Ampullen, Augentropfen und Cremes über Gels und Kapseln bis hin zu Spritzen.

Ein häufiges Anwendungsgebiet für Injektionen mit Hyaluronsäure ist die Arthrose (Gelenkverschleiß). Die vorwiegend bei älteren Menschen auftretende Erkrankung ist unter anderem auf das im Alter zurückgehende Hyaluronsäure zurückzuführen. Typische Anzeichen für eine Verringerung von Hyaluronsäure in der Gelenkflüssigkeit sind knackende Gelenke. Um die Beweglichkeit des Gelenks zu unterstützen, spritzt der Arzt die Substanz direkt in die Gelenk-Zwischenräume. Dort wirkt sie wie ein Schmiermittel und kann die Schmerzen und Beweglichkeit bis zu einem Jahr lang verbessern. Je nach Hyaluronsäure Präparat ist eine unterschiedlich hohe Anzahl von Injektionen erforderlich, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Sollten sich die Gelenke jedoch entzünden, ist die Injektions-Behandlung bis zur Abheilung der Entzündung zu unterbrechen. Auch für Patienten mit erhöhter Blutungsneigung oder akuter Einnahme von Gerinnungshemmern ist die Injektion des Wirkstoffs nicht geeignet.

Etwa 12 % der Menschen leiden gelegentlich oder permanent unter trockenen und/oder gereizten Augen. Dies ist zwar nicht gefährlich, kann aber das Wohlbefinden und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Abhilfe schaffen sogenannte künstliche Tränen. Hierbei handelt es sich um spezielle Augentropfen mit Hyaluronsäure, die in die betroffenen Augen zu applizieren sind. Die rezeptfrei erhältlichen Hyaluronsäure Präparate bilden einen hauchdünnen Film, der Wasser bindet und das Auge feucht hält. Damit ersetzen sie die körpereigene Tränenflüssigkeit. Handelsübliche Augentropfen mit Hyaluron enthalten keine Konservierungsmittel und sind auch für Kontaktlinsenträger geeignet.

Auch in immer mehr Nasensprays ist neben anderen Wirkstoffen Hyaluronsäure enthalten. Die Funktion ist ähnlich wie bei der Anwendung im Auge: Das Hyaluron legt sich wie ein schützender Film über die Nasenschleimhaut. Dabei bindet es Feuchtigkeit und bewahrt die Schleimhaut so vor dem Austrocknen. Gleichzeitig fördert das Hyaluron die Wundheilung und stellt eine Barriere für von außen eindringende Erreger dar. Da die handelsüblichen Hyaluron-Nasensprays keine Konservierungsmittel enthalten, sind sie gut verträglich und können problemlos auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin

In der ästhetischen Medizin hat sich Hyaluronsäure als Alternative zu Botox und operativen Eingriffen etabliert. Hier kommt Hyaluron in Form von Injektionen zum Unterspritzen von Falten zum Einsatz. In der Schönheitsmedizin werden diese Spritzen auch als "Gesichtsfiller" oder kurz "Filler" (engl. "Füllstoffe") bezeichnet. Sie eignen sich zum "Auffüllen" von unerwünschten Augenfalten, Krähenfüßen, Lippenfältchen, Nasolabialfalten, Marionettenfalten und Zornesfalten. Das Injizieren des Hyalurons erfolgt mittels feiner Nadeln in die Region um die Falte. Das Resultat ist bereits kurze Zeit später sichtbar und zeigt sich nach dem Abschwellen in einem glatteren und frischeren Hautbild. Dieser aufpolsternde Effekt von Hyaluron hält - abhängig von der Art und Tiefe der zu behandelnden Falten - zwischen sechs und zwölf Monate an. Für ein dauerhaftes Ergebnis ist die Prozedur zu wiederholen.

Darüber hinaus wird Hyaluron im Rahmen einer Brustvergrößerung verwendet. Anstelle eines Implantats injiziert der behandelnde Arzt ein Hyaluronsäure-Gel in die Brust. Der Vorteil: Eine Operation ist nicht erforderlich und viele der Risiken, die mit einer Vollnarkose einhergehen, sind bei der Hyaluron-Behandlung ebenfalls nicht existent. Dieses Anwendungsgebiet steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, genauso wie die Anwendung von Hyaluron als "Filler" im Gesäß. Langzeiterfahrungen in der Brust- und Gesäßvergrößerung mit Hyaluron gibt es bislang noch nicht.

Als weitestgehend sicher gilt die Injektion von Hyaluron in die Lippen. Hier sorgt der Wirkstoff sofort für vollere Lippen, ohne sie jedoch unnatürlich zu vergrößern, wie es bei Botox passieren kann. Das Aufspritzen erfolgt im Rahmen einer kurzen, etwa 15-minütigen Behandlung. Das Ergebnis hält zwischen sechs und acht Monaten, bevor zur Erhaltung eine erneute Anwendung erfolgen muss.

Hyaluron in der Kosmetik

Zahlreiche Kosmetika wie Cremes enthalten Hyaluronsäure (z.B. in Wimpernserum, Narbensalbe und Anti Aging Cremes), um einen Anti-Falten-Effekt zu erzielen. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass Hyaluron Wasser in den oberen Hautschichten bindet und diese somit praller, frischer und jünger erscheinen lässt. Hyaluron kann jedoch nicht in die tieferen Hautschichten eindringen. Das heißt, dass eine dauerhafte Faltenglättung ohne die Entstehung weiterer Falten durch kosmetische Produkte mit Hyaluron nicht möglich ist.

Auf der Verpackung kosmetischer Produkte erscheint Hyaluron als "Sodium Hyaluronate". Tatsächlich gibt es aber zwei verschiedene Hyaluronsäure Varianten, deren Wirkung sich durchaus unterscheidet. Die sogenannte hochmolekulare (oder langkettige) Hyaluronsäure hat größere Moleküle und bildet einen Film auf der Hautoberfläche, der sie mit Feuchtigkeit versorgt. Die Folge: Die Elastizität deiner Haut verbessert sich und dein Teint wirkt frischer. Sobald der Feuchtigkeitsfilm jedoch von der Haut wieder abgewaschen wird, verliert sich auch die Wirkung. Allerdings hat hochmolekulares Hyaluronsäure zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung.

Deutlich kleinere Moleküle hat die zweite Variante, die niedermolekulare (oder kurzkettige) Hyaluronsäure. Sie kann in tiefere Hautschichten eindringen. Ihr ist es zu verdanken, dass das Bindegewebe der Haut Wasser nachhaltig speichern kann. Das führt zu einer pralleren und strafferen Haut, mehr Spannkraft und einer sichtbaren Verringerung von Falten. Darüber hinaus unterstützt sie die Produktion des körpereigenen Hyalurons in den Hautzellen.

Eine hohe Konzentration Hyaluronsäure befindet sich üblicherweise in Gesichtsmasken und Seren. Übrigens: Den Aufpolsterungseffekt von Hyaluron macht sich die Kosmetikindustrie nicht nur in ihren Cremes, Gelen, Seren und ähnlichen Hautpflegeprodukten zunutze. Seit einiger Zeit sind auch Lippenpflege-Produkte mit Hyaluronsäure auf dem Markt und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ihr Vorteil: Sie pflegen deine Lippen nicht nur, sondern lassen sie zugleich voll und voluminös erscheinen.

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Nebenwirkungen von Hyaluron

Als natürlicher Wirkstoff, der auch im menschlichen Körper vorkommt, hat Hyaluronsäure fast keine Nebenwirkungen. Nur sehr selten werden Unverträglichkeitsreaktionen der Haut beobachtet. Es kann jedoch zu Infektionen nach einer Injektion kommen, wenn diese unter unzureichenden hygienischen Bedingungen durchgeführt wurde. Deshalb ist ein steriles Arbeiten bei Injektionen aller Art von größter Bedeutung.

Bei Hyaluronsäure Cremes und Gels sind kaum Nebenwirkungen bekannt. Hyaluronsäure-Produkte mit tierischen Eiweißen können jedoch allergische Reaktionen hervorrufen. Auch parfümierte Präparate sind mit Vorsicht zu genießen, da sie nicht von allen Anwendern vertragen werden. Wenn du weißt, dass du auf bestimmte Stoffe überempfindlich oder allergisch reagierst, lies dir bitte unbedingt vor der Anwendung von Hyaluron-Präparaten die Liste der Inhaltsstoffe durch.

Hyaluronsäure ist auch in Kapselform zur inneren Anwendung erhältlich. Bei korrekter Einnahme sind in der Regel keine Nebenwirkungen zu erwarten. Wenn du allerdings die vom Hersteller genannte Tageshöchstdosis an Hyaluronsäure überschreitest, kann es in seltenen Fällen zu unerwünschten Reaktionen wie Gelenkschmerzen oder Ausschlag kommen.

Noch ein Hinweis für alle, die Medikamente einnehmen oder (zum Beispiel aus beruflichen Gründen) regelmäßig ihre Hände desinfizieren. Beides kann die Wirkung von Hyaluron beeinträchtigen und - im Falle von Medikamenten - unerwünschte Wechselwirkungen hervorrufen. Sprich deshalb lieber mit deinem Arzt, bevor du mit einer Hyaluron-Behandlung beginnst.

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