Haarausfall erkennen und Ursachen stoppen – Das ist wichtig!

Volles und glänzendes Haar gilt als Inbegriff der Gesundheit und Schönheit. Wie wichtig die Haargesundheit für Frauen und Männer ist, wird ihnen meist erst bewusst, wenn ihre Haare verstärkt ausfallen. Ob altersbedingt, als Folge eines ungesunden Lebenswandels, als Symptom einer Erkrankung oder als Nebenwirkung von Medikamenten - die Gründe für Haarausfall sind ebenso vielfältig wie seine Formen. Im Folgenden erfährst du, welche Arten und Ursachen des Haarausfalls es gibt und wann es sinnvoll ist, deshalb einen Arzt aufzusuchen.

Arten von Haarausfall - Welchen hast du?

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die jeweils anders in Erscheinung treten, zum Beispiel:

  • genetisch bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • kreisrunder Haarausfall
  • diffuser Haarausfall
  • totaler Haarausfall

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Wann liegt Haarausfall vor?

Haarausfall - Es kommt auf die Menge und den Zeitraum an
Jedes Haar durchläuft den gleichen Lebenszyklus, der aus drei Phasen besteht: der Wachstumsphase (Anagenphase), Übergangsphase (Katagenphase) und Ruhephase (Telogenphase). Am Ende dieser dritten Phase fällt das Haar aus. Das ist ganz normal und betrifft täglich etwa 50 bis 100 Haare. Medizinisch relevant wird das Problem erst, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich mehr als 100 Haare pro Tag verliert. Dann sprechen Mediziner von "Effluvium capillorum". Die meisten Betroffenen merken den verstärkten Ausfall der Haare bzw. den Haarausfall  jedoch erst, wenn gleichzeitig die Anzahl nachwachsender Haare wesentlich niedriger ist, sodass irgendwann lichte Stellen zu sehen sind. Dann handelt es sich um eine "Alopezie" bzw. Haarausfall, die bei den Betroffenen in der Regel großen Leidensdruck verursacht. Es besteht Behandlungsbedarf.

Was zu tun ist wenn du Haarausfall hast
Wenn du den Eindruck hast, mehr Haare als sonst zu verlieren, zähle sie sorgfältig, um einen genauen Anhaltspunkt zu bekommen. Die meisten ausgefallenen Haare findest du auf dem Kopfkissen, im Waschbecken (vor allem nach dem Haare waschen) und natürlich in Kamm und Bürste. Liegt die Zahl regelmäßig über 100, solltest du einen Arzt konsultieren. Er kann nicht nur die Diagnose stellen, sondern auch der Ursache für den Haarausfall auf den Grund gehen - und diese zu kennen ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Haarausfall Behandlung.

Die häufigsten Gründe die Haarausfall machen

Ungesunder Lebensstil spielt große Rolle
Haarausfall kann verschiedene körperliche und psychische Ursachen haben. Manche Ursachen lassen sich beheben, andere nicht. Doch unabhängig von den Ursachen hat auch dein Lebensstil einen Einfluss auf Gesundheit und Wachstum deiner Haare. Zwar ist ein gesunder Lebensstil keine Garantie dafür, dass du dein Leben lang vor Haarausfall geschützt bist, doch ungesundes und unbedachtes Verhalten kann ihn begünstigen. Deshalb solltest du besonders darauf achten, dass du folgende Fehler vermeidest, um Haarausfall vorzubeugen:

Mangelernährung kann Haarausfall machen?

Die Ernährung ist für deine Haare wichtig
Für ein gesundes Wachstum brauchen Haare viele Nährstoffe wie Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese bekommen sie aus der Nahrung. Wenn du dich allerdings einseitig und unausgewogen ernährst, wirkt sich dies auch auf deine Haare aus. Um Haarausfall zu vermeiden, solltest du vor allem darauf achten, dass du genügend der folgenden Nährstoffe (in Klammern stehen Lebensmittel, die reichlich dieser Nährstoffe enthalten) zu dir nimmst:

- Biotin (Nüsse, Hülsenfrüchte, Haferflocken)
- Eisen (grünes Gemüse, Fleisch und Vollkornprodukte)
- Jod (Fisch, Meeresfrüchte, Milch und Milchprodukte)
- Vitamin D (fettreiche Fische, Avocados, Eier) - Zink (Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollgetreide)

Sind die Probleme auf eine unzureichende Nährstoffversorgung zurückzuführen, kann eine Ernährungsumstellung oft helfen. Auch manchen Formen des diffusen Haarausfalls lässt sich mit einer entsprechenden Ernährung vorbeugen.

Weitere Vitamine, die deine Haare brauchen
Neben den bereits genannten Nährstoffen unterstützt du deine Haargesundheit zusätzlich mit Kupfer (Cashewkerne, Haferflocken (Vollkorn), Sojabohnen) und folgenden Vitaminen:

- Vitamin A (Aal, Grünkohl, Möhren)
- Vitamin B12 (Fisch, Käse, rotes Fleisch)
- Vitamin C (Hagebutte, Johannisbeeren, Sanddorn)
- Vitamin E (Müsli, Sonnenblumenöl, Walnüsse)
- Vitamin H (Eier, Erdnüsse, Leber)

Nicht alle dieser Nährstoffe haben einen direkten Effekt auf die Haare. Manche, wie zum Beispiel Vitamin C, das die Aufnahme von Eisen in das Blut unterstützt, wirkt indirekt, ist aber nicht weniger wichtig. 

Falsche Haarpflege kann zu Haarausfall führen

Häufiges Föhnen, Glätten und Waschen strapaziert deine Haare
Falsche Haarpflege und Styling können das Haar ebenfalls dünner werden lassen. Nicht immer handelt es sich hierbei allerdings um Haarausfall im medizinischen Sinn. Oftmals ist das Haar durch die falsche Pflege nur so stark strapaziert, dass es vermehrt abbricht und so für schüttere Stellen am Kopf sorgt. Du kannst deinem Haar aber unabhängig davon etwas Gutes tun und die richtigen Pflegemittel einsetzen, auf regelmäßiges Färben mit aggressiven Mitteln sowie die Verwendung eines Lockenstabs oder Glätteisens verzichten.

Auch beim Styling kannst du Fehler machen, die sich negativ auf das Haarwachstum auswirken und zu einem leichten Haarausfall führen können. Ein Beispiel hierfür ist das regelmäßige Binden eines straffen Pferdeschwanzes, welches durch die extreme Spannung zwischen Haar und Kopfhaut die Haarwurzeln und Haarfollikel beschädigen kann. Wenn schon Pferdeschwanz, dann binde ihn locker und gönne deinem Haar auch regelmäßig Pausen von der Anspannung, indem du es offen trägst. Wenn du die Durchblutung der Kopfhaut (zum Beispiel durch eine Kopfhautmassage) anregst, förderst du zugleich das Haarwachstum und kannst so Haarausfall vorbeugen.

Rauchen

Raucher haben ein bis zu 130% höheres Risiko für Haarausfall
Dass Rauchen schädlich ist, ist allseits bekannt. Dass Nikotinkonsum aber auch mit Haarausfall zusammenhängen kann, wissen nicht so viele Menschen. In einer taiwanesischen Untersuchung haben Wissenschaftler über 700 Männer im Alter von 40 bis 90 Jahren nach ihrem Zigarettenkonsum und anderen Lebensgewohnheiten befragt. Außerdem wurden zahlreiche weitere Gesundheitsmerkmale wie zum Beispiel Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes, aber auch Alkoholkonsum und vieles mehr erfasst.
Die Forscher fanden heraus, dass es offenbar einen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum und Haargesundheit gibt. Denn die Wahrscheinlichkeit, androgenbedingte Alopezie (Haarausfall) zu bekommen, lag bei Rauchern (und Ex-Rauchern) um 80 % höher als bei gleichaltrigen Nichtrauchern. Raucher, die täglich 20 Zigaretten oder mehr rauchten, hatten sogar ein 130 % höheres Risiko.

Ursache des Zusammenhangs noch ungeklärt
Die Ursachen für diesen Zusammenhang sind noch nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise verändern die Inhaltsstoffe von Zigaretten oder ihrem Qualm das Erbgut der Haarwurzel oder verhindern durch die Schädigung der Blutgefäße die nötige Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen. Ebenfalls möglich ist, dass das Rauchen den Hormonhaushalt verändert, was wiederum den Haarausfall begünstigt. Hierzu sind weitere Forschungen nötig.

Stress

Stress im Job oder im Privaten kann zur Haarverlust bzw. Haarausfall führen
​Stress ist gesundheitsschädigend und macht auch vor den Haaren nicht halt. Akuter, aber mehr noch anhaltender (chronischer) Stress kann Haarausfall verursachen. Der genaue Wirkmechanismus von Stress auf die Haargesundheit ist bislang noch nicht geklärt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die körpereigenen Botenstoffe hierbei eine wichtige Rolle spielen. Bei Stress erhöht sich beispielsweise die Konzentration des Botenstoffs Noradrenalin - auch an der Haarwurzel. Diese erhöhte Konzentration löst verschiedene Prozesse in deinem Körper und schließlich eine Entzündungsreaktion aus, die dazu führt, dass die Haarfollikel das Wachstum der Haare stoppen, sodass sie nach etwa 2 bis 3 Monaten ausfallen. Im Gegensatz zu anderen Formen des Haarausfalls lässt sich die stressbedingte Form relativ einfach behandeln: Die Vermeidung von Stress oder das Erlernen von Stressbewältigungsmethoden führt in den meisten Fällen dazu, dass das Haarwachstum wieder angeregt wird und der Haarausfall verschwindet. Dies kann allerdings bis zu mehreren Monaten dauern, hier solltest du Geduld zeigen.

Krankheiten und Medikamente

Viele Krankheiten sind von Haarausfall begleitet
Bei bestimmten Erkrankungen tritt Haarausfall als Symptom auf, zum Beispiel bei Krankheiten, die in Zusammenhang mit dem Hormonhaushalt stehen wie eine ausgeprägte Schilddrüsenunter- oder -überfunktion. Darüber hinaus kann Haarausfall bei Tumor- und Krebserkrankungen sowie bei Infektionskrankheiten (wie Tuberkulose oder Gürtelrose) auftreten. Auch bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (wie Hashimoto-Thyreoiditis) und chronischen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) gehört der Haarausfall zu den Symptomen. Tatsächlich kann dieser auch psychisch bedingt sein und mit bestimmten psychischen Störungen (wie Depressionen) einhergehen. Hier kann der behandelte Arzt sicher Zusammenhänge zu deinem Haarausfall herstellen - sofern er von möglichen vorhandenen Vorerkrankungen weiß die Haarausfall begünstigen.

Unerwünschte Nebenwirkung von Arzneimitteln
Unabhängig davon kann Haarausfall eine unerwünschte Nebenwirkung von Medikamenten sein. Auch dies sollte von dem behandelnden Arzt berücksichtigt werden. Wenn du wegen Haarausfall zu einem anderen Arzt als deinen Hausarzt gehst, solltest du daran denken, sämtliche Medikamente aufzuzählen, die du regelmäßig einnimmst. Diese Angaben müssen unbedingt wahrheitsgemäß erfolgen, denn nur so lässt sich ein möglicher Zusammenhang erkennen. Zu den Arzneimitteln, die Haarausfall auslösen oder begünstigen können, gehören bestimmte:

- Antibiotika
- Antidepressiva (wie Doxepin, Fluoxetin oder Imipramin)
- Antiepileptika
- Betablocker
- Blutgerinnungshemmer (wie Heparin)
- Lipidsenker
- Rheumatika
- Schmerzmittel (wie Ibuprofen)
- Mittel gegen Akne (mit Retinoiden) und Schuppenflechte
- Medikamente zur Behandlung von Krebs (Zytostatika)
- Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenproblemen

Männer Haarausfall stoppen

Haarausfall Gründe bei Männern

Die Ursachen von Haarausfall (Alopezie) sind vielfältig und unterscheiden sich zwischen Männern und Frauen.

  • Testosteron Mangel
  • Genetik

Genetik

Erblich bedingter Haarverlust bei Männern häufigste Ursache
Von dieser Haarausfall Form sind etwa 70 % der Männer betroffen. Wie der Name schon sagt, ist ihre Ursache die genetische Veranlagung für eine erhöhte Anzahl bestimmter Rezeptoren, an die männliche Hormone (Dihydrotestosteron (DHT) und Testosteron) andocken können. DHT wird durch ein Enzym aus Testosteron gebildet und führt zu einer Verkürzung der Wachstumsphase der Haare. Wenn die Wachstumsphase deutlich kürzer ist, werden die Haare immer dünner und auch die Haarfollikel schrumpfen mit der Zeit. Die Folge: Es können weniger Haare gebildet werden und deine vorhandenen Haare fallen schneller aus - Haarausfall. 

Zusammenspiel verschiedener Gene
Die Vererbung von Alopezie(Haarausfall)  liegt allerdings nicht nur an einem einzigen Gen. Vielmehr spielen mehrere Gene eine Rolle, die sich zudem ganz unterschiedlich auswirken können. Während sie bei dem einen Mann schon in jungen Jahren zu einer Vollglatze führen, zeigen sich bei einem anderen bis ins hohe Alter nur Geheimratsecken.

Kein Einfluss von Testosteron nachweisbar
Dieses Ergebnis widerlegt übrigens auch die gegenteilige Annahme zum Zusammenhang mit Testosteron, die mindestens genauso häufig anzutreffen ist: Oft ist nämlich zu hören, dass ein zu hoher Testosteronspiegel zu ausfallenden Haaren führt. Den Greifswaldern Forschern zufolge stimmt auch das nicht. Vielmehr scheint Testosteron selbst überhaupt keinen Einfluss darauf zu haben, wie viel beispielsweise von dem Folgeprodukt DHT produziert wird, das wiederum die Haarwurzeln angreift.


Haarausfall bei frauen

Haarausfall Gründe bei Frauen

Haarausfall bei Frauen oft Hormonell bedingt
Im Laufe ihres Lebens sind etwa 40 % der Frauen von der androgenetischen Haarausfall Form betroffen. Damit ist diese Form des Haarausfalls auch bei Frauen die häufigste. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Haarausfall Ursachen für dünner werdende Haaren und Haarausfall bei Frauen. Die meisten von ihnen haben mit Hormonen zu tun.

  • Hashimoto
  • Schwangerschaft
  • Nach der Geburt
  • Anti Baby Pille
  • Wechseljahre

Anti Baby Pille & Haarausfall

Hormone verursachen Durcheinander
Ein ähnlicher Effekt wie in beziehungsweise nach der Schwangerschaft hat die Einnahme oder das Absetzen der Antibabypille. Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das in den Östrogenspiegel der Frau eingreift. Die meisten Präparate enthalten sowohl Östrogene als auch Gestagene, die sich negativ auf die Haarfülle auswirken können bzw. für Haarausfall sorgen können. Die Einnahme einer Antibabypille mit hohem Gestagenanteil kann den verstärkten Haarausfall auslösen. Hier könnte ein Wechsel zu einer anderen Pille (oder einem anderen Verhütungsmittel) Abhilfe schaffen. Andererseits können das Absetzen der Pille und der damit verbundene plötzlich absinkende Östrogenspiegel ebenfalls dazu führen, dass verstärkt Haare ausfallen. In diesem Fall normalisiert sich das Haarwachstum aber im Laufe von mehreren Wochen bis Monaten selbst wieder, ohne dass eine besondere Behandlung erforderlich wäre. 

Welcher Arzt sollte konsultiert werden?

Mediziner können Tests durchführen um die Ursache für den Haarausfall zu ermitteln
Bei Verdacht auf Alopezie (Haarausfall) solltest du einen Arzt aufsuchen. Dies kann zunächst der Hausarzt sein, doch die Spezialisten für Haarausfall sind Dermatologen (Hautärzte). Sie unterziehen einen Patienten mit Verdacht auf Alopezie (Haarausfall) einer umfassenden Untersuchung. Diese besteht meist aus einem ausführlichen Gespräch, einer Untersuchung der Kopfhaut mit einem Dermatoskop sowie dem sogenannten Zupftest. Hierbei greift der Arzt kleine Haarbüschel und zieht vorsichtig daran. Gesunde Haare leisten starken Widerstand, während sich kranke Haare leicht und schmerzfrei von der Kopfhaut ablösen lassen. Darüber hinaus lässt der Arzt das Blut des Patienten analysieren und ein Trichogramm durchführen. Ein Trichogramm ist eine Methode zur Erfassung des Haarverteilungsmusters. Dieses gibt Aufschluss darüber, wie viel Prozent der Haare sich in welcher Phase (Anagenphase, Katagenphase, Telogenphase) befinden. Dieses Muster zeigt dem Arzt den Zustand der aktuell vorhandenen Haare an und erlaubt auch eine vorsichtige Prognose, zum Beispiel darüber, wenn sich sehr viele Haare in der Telogenphase befinden und demnächst ausfallen. All diese Befunde helfen zudem dabei, der Ursache des Haarausfalls auf den Grund zu gehen.

Tipp: Viele Dermatologen bieten spezielle Haarsprechstunden an, in denen du den Facharzt um Rat zu deinem Haarausfall fragen kannst, wenn es um Probleme rund um deine Haare geht.

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