Haarausfall bei Frauen – Ursachen finden und Haarausfall stoppen

Haarausfall bei frauen

Haarausfall ist ein Thema, das nicht nur Männer mittleren Alters beschäftigt. Auch Frauen kennen das haarige Problem. Etwa die Hälfte aller Damen über 50 klagen über lichter werdendes Haar.

Zwar seltener, aber ebenso betroffen, sind jüngere Frauen. Die Ursachen und die Stellen am Kopf, an denen der Haarausfall auftritt, sind meist andere als beim männlichen Geschlecht. Aus diesem Grund ist nicht jedes für Männer entwickelte Haarwuchsmittel automatisch für Frauen geeignet. Wir haben einige Mittel getestet und berichten hier über unsere Erfahrungen und Ergebnisse.

In diesem Artikel erhältst du zunächst umfassende Informationen zum Thema Haarausfall bei Frauen, sowie nützliche Tipps zur Haarpflege und Behandlung. Welche Behandlungsmethode am besten ist, hängt jedoch vom Einzelfall und vor allem von der Ursache, die dem Haarausfall zugrunde liegt, ab.

Haarausfall bei Frauen - Wann liegt ein echter Haarausfall vor?

Wann ist es Haarausfall

Alle Frauen finden nach dem Kämmen Haare im Kamm oder der Bürste. Ihre Anzahl variiert von Tag zu Tag. Dieser geringe Haarausfall ist normal und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Denn am Ende ihres Lebenszyklus fallen Haare einfach aus. In der Regel sind es zwischen 50 und 100 Haare pro Tag.

Wenn du deutlich mehr Haare verlierst, kann es sich um einen medizinisch auffälligen Haarausfall handeln. Dann besteht Handlungsbedarf. Allerdings ist die Zahl der Haare oft schwer einzuschätzen. Deshalb nimm dir die Zeit und zähle die ausgefallenen Haare (im Kamm, der Bürste, dem Waschbecken und dem Kopfkissen). Sind es über einen längeren Zeitraum deutlich mehr als 100 Haare, solltest du die Ursache für den Haarverlust herausfinden.

Haarausfall Ursachen - Welche gibt es bei Frauen?

Haarausfall bei Frauen kann unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen auf einen Blick sind:

  • genetische Vorbelastung
  • chronische Krankheiten
  • akute Erkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten
  • hormonelle Veränderungen
  • unausgewogene Ernährung
  • Stress / außergewöhnliche körperliche oder psychische Belastungen

Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen

Eine genetische Vorbelastung ist die häufigste Form von Haarausfall. Etwa 20 bis 30 % der Frauen in Deutschland sind davon betroffen. Den sogenannten erblich oder anlagebedingten Haarausfall nennen Mediziner androgenetische Alopezie. Sie hat mit einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf männliche Sexualhormone im Körper der Frau zu tun. Als Reaktion auf diese Hormone verkümmern die Haarwurzeln. Das führt dazu, dass die Haare dünner werden und schließlich ausfallen. Anders als bei Männern sind bei Frauen jedoch andere Enzyme beteiligt, wegen denen die Konzentration der männlichen Sexualhormone im Körper vergleichsweise ansteigt und die Haarfollikel schrumpfen lässt.

Die androgenetische Alopezie tritt bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr auf und zeigt sich in den meisten Fällen am Scheitel. Der Haarausfall bei Frauen kann aber auch an den Schläfen oder an der Stirn auftreten, die Entstehung von Geheimratsecken - wie bei Männern - ist jedoch bei Frauen eher selten. 

Chronische Krankheiten bei Frauen

Manche chronische Krankheiten wie Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Schuppenflechte, Neurodermitis) und Stoffwechselkrankheiten können zu einem verstärkten Haarausfall bei Frauen führen. Dieser kann sich entweder in einem kreisrunden oder aber in einem diffusen Haarausfall ausdrücken.

Den gleichen Effekt können chronische Darmerkrankungen und Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) haben. Wenn du über eine längere Zeit Schwermetallen wie Arsen oder Thallium ausgesetzt warst, könntest du an einer Schwermetallvergiftung leiden, die ebenfalls zu Haarausfall führt. Eine solche Vergiftung ist jedoch vergleichsweise selten.

Akute Erkrankungen

Vor allem akute Infektionskrankheiten wie hohes Fieber, Grippe, Scharlach, Tuberkulose, Typhus oder Syphilis verstärken den Haarverlust. Das gilt ebenso für sämtliche Pilzinfektionen. Sie können zu kreisrundem oder diffusem Haarausfall führen.

Einnahme von Medikamenten bei Haarausfall

Die Einnahme von einigen Arzneimitteln kann mit Nebenwirkungen einhergehen. Eine dieser möglichen unerwünschten Begleiterscheinungen ist Haarausfall. Er tritt unter anderem bei der Einnahme einiger Medikamente auf.

  • Retinoide (Mittel zur Behandlung von Akne)
  • Thyreostatika (Mittel zur Behandlung einer Überfunktion der Schilddrüse)
  • Antikoagulanzien (Blutverdünner bzw. Gerinnungshemmer)
  • Statine (Cholesterinsenker)
  • Betablocker (Blutdrucksenker)
  • Lipidsenker (Mittel zur Senkung der Blutfettwerte)

Meistens tritt der Haarausfall nach einigen Tagen der Einnahme ein, endet jedoch mit dem Absetzen des Medikaments.

Hormonelle Veränderungen steuern das Haarwachstum bei Frauen

Der Hormonstatus wirkt sich unmittelbar auf den Zustand der Haare aus. Deshalb kann es vor allem bei großen hormonellen Veränderungen zu einem verstärkten Haarverlust kommen. Das ist unter anderem bei der Einnahme oder dem Absetzen der Antibabypille, während oder kurz nach der Schwangerschaft oder in der Menopause zu beobachten.

Unausgewogene Ernährung wirken sich schlecht auf das Haarwachstum bei Frauen aus

Wenn du dich über einen längeren Zeitraum unausgewogen ernährst und nicht alle oder nicht ausreichende Nähr- und Mineralstoffe zu dir nimmst, bringt das deinen Haarzyklus durcheinander. Es kommt zu einem verstärkten Haarausfall, weil die Haarwurzeln nicht alle Nährstoffe bekommen, die sie zum Wachstum neuer Haare benötigen. Dies kann auch bei sogenannten Crash-Diäten und Fastenkuren, sowie bei einseitiger Ernährung der Fall sein. Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum sind:

  • Eisen
  • Eiweiß
  • Zink
  • Folsäure
  • Vitamin B6 oder B12
  • Vitamin H (Biotin)

All diese Nährstoffe erhält der Körper bei einer ausgewogenen Ernährung automatisch in ausreichender Menge. Damit sind die Haarfollikel bestens versorgt, um schönes, festes und gesundes Haar zu bilden.

Haarausfall durch Stress und andere körperliche und psychische Belastungen

Wenn ein Mensch dauerhaft starkem Stress oder anderen psychischen oder körperlichen Belastungen ausgesetzt ist, wirkt sich das negativ auf die Haare aus. Als Folge kann verstärkter Haarausfall auftreten. Der genaue Wirkmechanismus dieses Zusammenhangs zwischen Stress und Haarausfall ist noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Forscher vermuten jedoch, dass Stress Entzündungsprozesse fördert, die wiederum die Wachstumsphase der Haare stören und sie schneller ausfallen lässt.

Tipps: Bei stressbedingtem Haarausfall gilt es, den Stress zu vermeiden oder durch bewusste zusätzliche Entspannung abzubauen. Wenn du dir selbst durch Extrapausen oder Ruhezeiten, klarer Tages- und Arbeitsstruktur und verschiedenen Entspannungsmethoden etwas Gutes tust, profitieren auch deine Haare davon. Denn sobald der Stress nachlässt, stellt sich irgendwann auch das Haarwachstum wieder ein. Dies kann allerdings - je nach Einzelfall - mehrere Monate dauern.

Welche Folgen kann Haarausfall bei Frauen haben?

Volles Haar gilt als Inbegriff für Schönheit und Weiblichkeit. Deshalb legen die meisten Frauen größten Wert auf die Pflege ihrer Haare. Haarverlust, vor allem in jungen Jahren, stellt für viele Frauen eine große psychische Belastung dar. Sie fühlen sich weniger attraktiv und darunter leidet ihr Selbstbewusstsein, was sich wiederum auf ihr Verhalten auswirken kann. Im schlimmsten Fall vernachlässigen sie soziale Kontakte, beginnen sich zu isolieren und werden depressiv. Um solche Folgen zu vermeiden, ist es ratsam, den Leidensdruck der Betroffenen ernst zu nehmen und den Haarausfall frühzeitig zu behandeln.

Mittel gegen Haarausfall - Haarausfall stoppen?

Aktuell gibt es nur drei Wirkstoffe, die nachweislich einen positiven Effekt auf Haarausfall haben (Stand: Januar 2018):

- Minoxidil (apothekenpflichtig)
- Thiocyanat (frei verkäuflich)
- Finasterid (rezeptpflichtig, nicht für Frauen zugelassen)

 Hinweis: Nur eine intakte Haarwurzel kann neue Haare hervorbringen. Ist sie zerstört oder abgestorben, hilft kein noch so wirksames Mittel.

Minoxidil und Haarausfall bei Frauen

Der Wirkstoff Minoxidil hat sich in wissenschaftlichen Studien als erfolgreich in der Behandlung gegen Haarausfall bei Frauen und Männern erwiesen. Dabei wurde er ursprünglich für einen anderen Zweck entwickelt und sollte als Arzneimittel gegen Bluthochdruck auf den Markt kommen. Als Nebenwirkung stellte sich unter anderem vermehrtes Haarwachstum heraus, sodass das Mittel schon bald für diesen Zweck zum Einsatz kam.

 Die Anwendung ist denkbar einfach. Je nachdem, ob du Minoxidil als Schaum (5 %) oder als Lösung (2 %) anwendest, trägst du das Mittel einmal oder zweimal täglich auf die vom Haarverlust betroffenen Bereiche der Kopfhaut auf. Es können Nebenwirkungen auftreten wie zum Beispiel Juckreiz (auf der Kopfhaut) oder Herz-Kreislauf-Probleme. Bei etwa 60 bis 80 % der Frauen spricht die Behandlung an. Bis eine sichtbare Wirkung eintritt, kann es allerdings mehrere Wochen bis Monate dauern. Für einen lang anhaltenden Erfolg musst du das Mittel langfristig einnehmen. Sobald du es absetzt, kann die Wirkung nachlassen und nach einiger Zeit wird der ursprüngliche Zustand wieder eintreten. Das Medikament zur Behandlung von Haarausfall bei Frauen und Männern ist zwar rezeptfrei, aber apothekenpflichtig. Die Kosten hierfür musst du selbst tragen, die Krankenkassen übernehmen sie nicht. 

Thiocyanat bei Frauen und Männern

Rezeptfrei erhältlich ist der Wirkstoff Thiocyanat, der erst seit einigen Jahren als Mittel gegen Haarausfall bei Frauen und Männern verfügbar ist. Thiocyanat ist ein körpereigener Wirkstoff, der sowohl die Zellteilungs- und Wachstumsprozesse fördert, als auch Entzündungen und Stress innerhalb des Körpers reduziert. Eine positive Folge dieser Effekte ist, dass sich der Haarzyklus beruhigt und das Haarwachstum angeregt wird. Im Gegensatz zu Minoxidil gibt es bei der Anwendung von Thiocyanat keine bekannten Nebenwirkungen. Der Wirkstoff hat keinerlei Auswirkungen auf den Hormonhaushalt des Körpers und ist deshalb auch für schwangere und stillende Frauen, sowie für Frauen in der Menopause geeignet.

Finasterid nicht für Frauen die Haarausfall haben geeignet

Der Wirkstoff Finasterid wird in Tablettenform angeboten und ist verschreibungspflichtig. Aufgrund seiner starken hormonellen Wirkung ist er zur Behandlung von Haarverlust bei Frauen nicht zugelassen. Männer, die Finasterid einnehmen, müssen mit verschiedenen, teilweise heftigen, Nebenwirkungen rechnen (zum Beispiel Schwellungen im und am Gesicht, sexuellen Funktionsstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder psychischen Problemen).

Tipps: Alternativ kannst du es auch mit anderen natürlichen Mitteln probieren. Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die den Haarverlust bei Frauen stoppen und das Haarwachstum anregen sollen.

Haarausfall Hausmittel - Gibt es natürliche Mittel gegen Haarausfall bei Frauen?

Haarausfall bei Frauen ist kein neues Phänomen. Deshalb haben sich die Menschen schon vor langer Zeit bemüht, Mittel gegen den Haarverlust zu finden. Grundsätzlich gilt: Für die Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Haarausfall gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Allerdings gibt es verschiedene Erfahrungsberichte von Frauen, bei denen diese Mittel geholfen und die ihre frühere Haarpracht dadurch zurückerlangt haben. Da sie keine unerwünschten Nebenwirkungen verursachen, sind sie eine natürliche Alternative zu apothekenpflichtigen Mitteln. Eine Garantie auf eine erfolgreiche Behandlung gibt es bei ihnen jedoch nicht.

Einige der traditionellen Hausmittel gegen Haarverlust werden äußerlich angewendet. Das heißt, aus ihnen wird eine Tinktur oder Lösung hergestellt, die du dann auf die betroffenen Stellen der Kopfhaut aufträgst und sorgfältig einmassierst. Je nach Mittel solltest du es eine gewisse Zeit einwirken lassen, damit die enthaltenen Stoffe ihre Wirkung entfalten können. Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Haarausfall gehören:

  • verschiedene Öle (vor allem Argan-, Distel-, Pfefferminz-, Kokos-, Thymian-, Zedern- und Lavendelöl)
  • Kaffee
  • Kamillentee
  • Aloe Vera Saft
  • Bier
  • Brennnessel
  • Apfelessig
  • Bockshornklee(samen)
  • Birkenblätterextrakt


 Manche der genannten Hausmittel lassen sich auch innerlich anwenden. Sie werden dann verzehrt oder sind als Kapseln erhältlich. Dies ist unter anderem der Fall bei:

  • Aloe-Vera-Saft
  • Birkenblätterextrakt
  • Bockshornklee(-samen)
  • Brennnessel

Tipps: Keines der genannten Hausmittel hat Nebenwirkungen. Du kannst sie nach Belieben miteinander kombinieren und eigene neue Produkte zur Haarpflege daraus kreieren. Echte Klassiker zur Behandlung von Haarausfall bei Frauen sind beispielsweise Shampoos aus Brennnesseln und Essig oder Haarwasser aus Franzbranntwein oder Honig und Zwiebeln.

Quellen zum Thema Haarausfall

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